Bundesregierung beschließt Abschaffung des Fischereischeins

Foto: R. Wunglück

Wie aus einem internen Schreiben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), das dem Team von anglerneuigkeiten.de vorliegt, hervorgeht, hat man sich mit den betreffenden Stellen (Obere und Untere Fischereibehörden der Länder und andere) darauf geeinigt, den sogenannten Fischereischein (dieser ist notwendig, um die Angelfischerei in Deutschland aus zu üben und bescheinigt dem Inhaber die erfolgreich abgelegte Eignungsprüfung) zum 1.1.2013 ab zu schaffen.

Mit dieser Entscheidung gehe man, so ein Mitarbeiter des BMELV auf Nachfrage von anglerneuigkeiten.de, auf die immer wiederkehrenden Diskussionen um den Sinn bzw. Unsinn der sogenannten Anglerprüfung ein und verfolge überdies das Ziel, eine möglichst einheitliche Regelung im Rahmen geltenden EU-Rechts zu realisieren.

Mit der Notwendigkeit, seine Eignung als Angler in Form einer Prüfung zu beweisen, steht die Bundesrepublik Deutschland bislang im europäischen Raum allein da. Dies, so der Befragte beim BMELV, stelle Deutschland bisher in eine „Sonderposition“, die bei den europäischen Nachbarn immer wieder auf Unverständnis stoße.

Man habe sich von den Regelungen des sogenannten „scheinfreien Angelns“, wie es in einigen Bundesländern – allen voran Brandenburg – bereits erfolgreich praktiziert wird, inspirieren und auch leiten lassen und hofft, mit diesem Schritt dem Angelstandort Deutschland auch im internationalen Rahmen ein besseres Ansehen geben zu können.

Ganz uneigennützig dürfte diese Entscheidung nach Meinung von anglerneuigkeiten.de nicht gewesen sein – schließlich besagt eine aktuelle Studie des BMELV, die anglerneuigkeiten.de ebenfalls vorliegt, dass dem bundesdeutschen Tourismus durch die restriktive Regelung der Angelei bzw. der Erlaubnis, diese aus zu üben, jährlich ein „Schaden“ (durch Mindereinnahmen beispielsweise) von ca. 21 Millionen Euro entsteht.

Nach Auskunft des BMELV prüfe man derzeit, ob die brandenburger Regelung des sogenannten „kleinen Friedfischscheins“ bundesweit umgesetzt werden soll und kann oder – und das würden wir als Angler natürlich begrüßen – ob man sich an den skandinavischen Regelungen, wonach das Angeln sogenanntes Jedermannsrecht ist, orientiert, wonach zur Ausübung der Angelfischerei keinerlei Erlaubnis notwendig ist.

Fazit: Welche Regelung auch immer ab dem 1.1.2013 gelten wird – der Schritt in eine weniger reglementierte Angelfischerei in Deutschland wurde getan. Es bleibt zu hoffen, dass dies nur ein erster Schritt ist, dem noch viele andere folgen werden.

 

[Nachtrag vom 04.02.2013]

Durch die vielen Anfragen angeregt, verweisen wir ausdrücklich auf das Erstellungsdatum. Bei diesem Beitrag handelte es sich um einen Aprilscherz, der uns offensichtlich zu gut gelungen ist. Wir bitten von weiteren Anfragen diesbezüglich abzusehen.

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