Neue Durchführungsverordnung zum Fischereigesetz in Schleswig-Holstein

Neue Landesverordnung zur Durchführung des Fischereigesetzes in Schleswig-Holstein erlassen – Neuerungen vor allem für Touristen

In Schleswig-Holstein tritt am 1. Juli 2012 die neue Verordnung zur Durchführung des Landesfischereigesetzes (LFischG-DVO) in Kraft. Damit werden einige Regelungen in die Praxis umgesetzt, die bereits mit dem neuen Fischereigesetz vom Oktober 2011 verabschiedet worden waren.
Neuerungen ergeben sich vor allem für Urlauber. So müssen künftig Angler aus anderen Bundesländern, die dort einen gültigen Fischereischein besitzen, in Schleswig-Holstein zusätzlich die Fischereiabgabe in Höhe von 10 Euro pro Jahr entrichten. Der Kauf der Abgabemarken ist bei allen örtlichen Ordnungsbehörden bzw. Hafenämtern und Außenstellen der Fischereiaufsicht in ganz Schleswig-Holstein möglich. Eine persönliche Anwesenheit ist zum Kauf nicht unbedingt erforderlich, einige Ausgabestellen schicken die Marken auch gegen Vorkasse zu. Auch Angelgerätehändler, Veranstalter von Angelreisen sowie Hotels und Pensionen vor allem in Küstennähe halten teilweise als Service die Marken für ihre Kunden bzw. Gäste bereit. Vor Antritt der Angelreise nach Schleswig-Holstein sollten sich Urlauber rechtzeitig um die Beschaffung der Abgabemarke bemühen.
Die Abgabemarke wird auf einen Ergänzungsschein geklebt, der beim Angeln – zusammen mit dem Fischereischein des Heimatbundeslandes und ggf. dem Erlaubnisschein für das jeweilige Gewässer – mitzuführen ist. Der entsprechende Vordruck kann kostenlos über die Internetseite des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein bezogen werden (http://www.schleswig-holstein.de/UmweltLandwirtschaft/DE/LandFischRaum/08_Fischerei/ein_node.html) und ist natürlich auch bei allen Ausgabestellen der Abgabemarken verfügbar.

Neu ist auch, dass Ausnahmegenehmigungen von der Fischereischeinpflicht – so genannte „Urlauberfischereine“ – jetzt jeder Person erteilt werden, unabhängig von ihrem Wohnsitz. Sie gelten für jeweils 28 Tage und können dreimal im Kalenderjahr in Anspruch genommen werden. Auch diese Dokumente erhält man bei den oben genannten Ausgabestellen. Sie kosten bei Erstausstellung 20 Euro (inklusive der Fischereiabgabe für das Kalenderjahr), für die zweite und dritte Ausstellung jeweils 10 Euro Verwaltungsgebühr. Zusammen mit dem „Urlauberfischereischein“ wird ein Merkblatt ausgegeben, das über die wichtigsten Belange des tierschutzgerechten Angelns informiert. Wer sich bereits im Vorfeld informieren möchte, findet dieses Merkblatt ebenfalls auf der Homepage des Ministeriums.
Im kommenden Jahr soll auch eine Online-Lösung für die Entrichtung der Fischereiabgabe und die Ausgabe von „Urlauberfischereischeinen“ eingerichtet sein.

Die Einnahmen aus der Fischereiabgabe kommen übrigens in vollem Umfang den Fischen und Gewässern und damit auch den Anglern und Fischern zu Gute. So wird daraus das umfangreiche Besatzprogramm des Landes „Fischhorizonte“ finanziert, daneben Projekte wie Behindertenangelplätze, Forschungsvorhaben zum Aal und vieles mehr (Details dazu auf der Internetseite des Ministeriums).

Neben den Regelungen, die vor allem Urlauber betreffen, treten mit der neuen LFischG-DVO weitere Änderungen in Kraft, die für Angler von Interesse sind. So ist die Benutzung eines Setzkeschers zur Frischhaltung des Fanges in Schleswig-Holstein jetzt erlaubt. Verwendet werden dürfen so genannte Schonsetzkescher aus knotenlosem Material mit einer Länge von mindestens 3,50 Metern und einem Durchmesser von mindestens 50 Zentimetern, die waagerecht aufzustellen sind. Weitere Detailregelungen dazu finden sich in der Verordnung.
Gemeinschaftsfischen sind in Schleswig-Holstein künftig zugelassen, wenn der Fang sinnvoll verwertet wird (primär für die menschliche Ernährung, bei Hegefischen auch als Besatz oder Futtermittel) und der Hegepflichtige des jeweiligen Gewässers zugestimmt hat.

Fragen zur Beschaffung der Abgabemarken oder der „Urlauberfischereischeine“ sind an die jeweilige örtliche Ordnungsbehörde in Schleswig-Holstein zu richten.
Der Wortlaut der neuen Verordnung ist auf der Internetseite des Ministeriums zu finden; Anfragen können dort gestellt werden.

gez. Roland Lemcke

Quelle: Mitteilung per Mail durch Dr. Roland Lemcke, Fischereireferent (Binnenfischerei, Angelfischerei, Aquakultur), V 206; Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein

Verordnung zur Änderung der LFischG-DVO
Fachinformation LFischG DVO für Angelpresse

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