Unterschriftensammlung zur Novellierung der KüFo-MV

Unterschriftensammlung zur Novellierung der KüFo-MV
(Schleppangelverboot auch für Kajak- und Bellybootangler innerhalb einer Seemeile zum Ufer)

Das Ministerium für Landwirtschaft-, Umwelt- und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern hat vor, dass die Küstenfischereiverordnung KüFVO Mecklenburg-Vorpommern zu novellieren (ändern / ergänzen).

Die vorgesehenen Änderungen wurden dem Landesanglerverband M-V e.V. und dem
Landesfischereiverband M-V e.V zur Einsicht zugestellt.

Eine kurze Ankündigung ist auf der Homepage des LAV M-V in den „Meldungen“ zu lesen :
( http://www.lav-mv.de/mitteilungen.ph…5&reload=#id35 )

Zu diesen Änderungen hat es eine Vorabstimmung mit Kompromisslösung im Landesfischereiverband M-V e.V. gegeben.

Hier die wichtigsten, Bellyboat- und Kajakangler direkt betreffende Punkte :

Schleppangeln soll als Angeln vom aktiv angetriebenen Boot definiert werden. Das heißt, dass in den betreffenden Gebieten nicht von Wasserfahrzeugen geangelt werden darf, welche mittels Motorkraft, Wind oder Muskelkraft angetrieben werden.

Es sind folgende Gebiete für das Schleppangelverbot vorgesehen:

a) Fischereibezirke nach § 14 Abs. 1 KüFVO

b) Seegebiet nördlich des Darß und der Halbinsel Zingst innerhalb der Basislinie

c) Seegebiet zwischen Hiddensee und Rügen innerhalb der Basislinie

d) Tromper Wiek innerhalb der Basislinie (Anm.: Wiedereinführung des Schleppangelverbotes)

e) Prohner Wiek innerhalb der Basislinie

f) Seegebiet zwischen Buksspitze (östliche Länge 11° 41`E) und Graal-Müritz (östliche Länge 12 ° 14,5 `E) innerhalb einer Entfernung von 1 Seemeile vom Ufer

g) Seegebiet zwischen Landesgrenze zu Schleswig-Holstein und Groß Klützhöved (östliche Länge 11 ° 10,75 `E) innerhalb einer Entfernung von 1 Seemeile vom Ufer.

Das heißt, daß das Schleppangeln bei den Gebieten unter f) und g) erst ab 1 sm (~1,8 km!) gestattet ist.

Eine für uns aus Sicherheitsgründen kaum mögliche Uferentfernung!

Link zur Karte:
http://up.picr.de/12612362ne.jpg

Dies würde Bellyboat- und Kajakangler sehr stark treffen, da etwa 50% der Mecklenbug-Vorpommerschen Küste davon betroffen wäre (siehe Karte) !

Das Motiv für das Schleppangelverbot innerhalb der 1 sm-Zone in weiten Bereichen von MV wird leider nicht klar. Sollte es dem Schutz der Ufervögel dienen, so wäre eine Einschränkung für motorgetriebene Fahrzeuge völlig ausreichend.

Sollen Wasservögel durch Motorboote und deren Lärm und Verschmutzung nicht beeinträchtigt werden? Oder sollen gar die Fischer ihre Netze ungestört(er) auslegen können? Für Kayak-Angler sowie Angler, die vom Belly-Boot aus fischen, würde die Einschränkung einem generellen Verbot des leichten Schleppangelns (meist nur mit einer Rute) gleichkommen, da kein vernünftiger Mensch mit solchen Wasserfahrzeugen so weit auf die Ostsee hinausfährt.
Wenn es Angler dann dennoch tun und verunglücken, wird die Öffentlichkeit sicher nachfragen und u. U. mit dem Finger auf die Politik zeigen. Man sollte außerdem bedenken, dass das Störpotential oder eine Umweltverschmutzung von Kayaks und Belly-Booten mangels Motorantrieb faktisch nicht gegeben ist. Eine Einschränkung für diese Wasserfahrzeuge ist daher nicht nachvollziehbar.

Der LAV-M-V schrieb das, Zitat :
„…ein Verband niemals hundertprozentig seine Interessen durchsetzen kann!“

Aber ist es nicht trotzdem seine Pflicht so viel wie möglich für seine Mitglieder heraus zu holen ?!

Auf Anfrage beim Landesministerium erhielten wir folgende, aufschlussreiche Antwort:

Zitat:
„…Die Landesregierung prüft momentan, welche Regelungen zur Berufs- und Freizeitfischerei im Rahmen der Küstenfischereiverordnung – KüFVO M-V vom 28. November 2006, geändert am 22. Oktober 2009, anzupassen sind. Zwar hat es dazu bereits erste Gespräche mit dem Landesfischereiverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. und seinen Mitgliedsverbänden gegeben, ein aktualisierter Entwurf zur Änderung der vorgenannten Verordnung liegt bislang jedoch noch nicht vor. Es ist vorgesehen, im ersten Halbjahr 2013 im Rahmen einer Verbandsanhörung einen ersten Verordnungsentwurf bekannt zu geben. Ich empfehle Ihnen, sich im Rahmen dieses Verfahrens entsprechend einzubringen…( … )…die Öffentlichkeitsbeteiligung hat entsprechend der Gemeinsamen Geschäftsordnung II zum Erlass von Rechtsvorschriften durch die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern – Bekanntmachung des Innenministeriums vom 2. Dezember 2008 (AmtsBl. M-V 2009, S. 2) zu erfolgen. Nach diesen Richtlinien sind bei Rechtssetzungsvorhaben direkt betroffene Normadressaten, zu denen zum Beispiel Verbände oder Kammern gehören, zu beteiligen…“

Mit anderen Worten : Wir können nicht direkt bei der Landesregierung etwas bewirken, können aber auf den LAV M-V einwirken, damit dieser unsere Vorschläge mit in das Anhörungsverfahren einfließen lässt !

Bei einem Telefonat mit Herrn Blume vom zuständigen Landesministerium sagte dieser auf die Frage welche Möglichkeiten wir haben Einfluss zu nehmen, bzw. unseren Standpunkt zu der ganzen Angelegenheit darzulegen, das dieses einzig über den Landesanglerverband MV möglich ist!

Das Ministerium hat vom LAV zur Novellierung der KüFVO eine Vorabstellungnahme haben wollen. Diese hat der LAV abgegeben, indem er Schleppangeln so definiert hat, dass das Angeln vom aktiv angetriebenen Boot (Motorboot, Segelboot und mit Muskelkraft angetriebene Wasserfahrzeuge) als Schleppangeln gilt. Ein Angeln vom nicht aktiv angetriebenem Boot wird als Driftfischen definiert.

Sicherlich ist diese Definition des Schleppfischens grundsätzlich richtig, nur sollte an der Küste zwischen Trollingbooten und muskelgetriebenen Fahrzeugen unterschieden werden !
Muskelbetriebene Boote 1 Seemeile und mehr von der Küste zu verbannen ist allein aus sicherheitstechnischen Gründen kaum tragbar.

Vielleicht also lassen sich die Herren des LAV dazu bewegen die mit Muskelkraft betriebenen Wasserfahrzeuge in Ihrer nächsten Stellungnahme bei der Anhörung im Frühjahr von dem vorgesehenen Verbot auszunehmen.

Deshalb geht der Aufruf an alle, sich an unserer Unterschriftenaktion zu beteiligen und die geplanten Änderungen auch anderen bekannt zu machen!

Download Unterschriftenliste

Bitte druckt Euch die Unterschriftenliste aus und sammelt fleißig Unterschriften. Diese solltet ihr bis 28.Februar 2013 an die unten angegebene Adresse geschickt werden (Ron- E. Lühnsdorf). Dieser sammelt sie, packt alle in einen Ordner und wird sie dann dem LAV Mecklenburg- Vorpommern, sowie in Kopie dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern übergeben. Eventuell lässt sich das ja auch mit einem kleinen Pressetermin verbinden.

Vielleicht schaffen wir von der „Basis“ es endlich einmal etwas zu unseren Gunsten zu bewegen !!!

Bitte sendet die ausgefüllten Listen bis zum 28.Februar 2013 an:

Ron- E. Lühnsdorf
Hauptstr. 64
14776 Brandenburg an der Havel

Wer nun selbst noch dagegen Protest einlegen, demonstrieren, sich erkundigen oder irgendwie etwas unternehmen möchte, kann sich an nachfolgende Adressaten wenden. Ich möchte Euch jedoch in unser Aller Interesse bitten, dass ein Schreiben, eine Mail oder gar ein Telefonat immer höflich, mit dem gebotenem Respekt und sachlich sein sollte! Niemand wird positiv auf uns reagieren, wenn wir unflätig, unhöflich, ausfällig oder gar illegal tätig würden!

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Paulshöher Weg 1
19061 Schwerin

Landesanglerverband Mecklenburg- Vorpommern e.V.
Siedlung 18 a
19065 Görslow

 

Hinweis: Dieser Artikel wurde wörtlich aus einem Anglerforum übernommen.

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